RESSORTS.
Acht Felder, in denen wir kontinuierlich publizieren — von Offenbach bis zur Komischen Oper Berlin.
- I
Werke
Das Mutterressort. Der Operetten-Kanon mit Werk-Tiefenbohrungen: Die Fledermaus von Johann Strauss (Uraufführung 5. April 1874 in Wien an der Theater an der Wien), Die Lustige Witwe von Franz Lehár (Uraufführung 30. Dezember 1905 in Wien), Die Csárdásfürstin von Emmerich Kálmán (Uraufführung 17. November 1915 in Wien an der Johann-Strauss-Theater), Boccaccio von Franz von Suppé (Uraufführung 1. Februar 1879), Wiener Blut als die nach Strauss-Themen kompilierte Operette von 1899, Der Vogelhändler von Carl Zeller (1891), Der Zigeunerbaron von Strauss (1885), Das Land des Lächelns von Lehár (1929), Die Blume von Hawaii von Paul Abraham (1931 in Leipzig uraufgeführt), Im weißen Rößl von Ralph Benatzky (1930).
→ - II
Komponisten
Operetten-Komponisten-Disziplin. Jacques Offenbach (1819–1880) als Pariser Pionier mit den Bouffes-Parisiens als der ersten Operetten-Bühne und Orpheus in der Unterwelt 1858 als der Genres-Begründung, Franz von Suppé (1819–1895) als Wiener Brücke zwischen Singspiel und Operette, Johann Strauss Sohn (1825–1899) als Wiener-Goldenes-Zeitalter-Hauptfigur, Franz Lehár (1870–1948) als Wiener-Silberne-Operetten-Pionier, Emmerich Kálmán (1882–1953) als ungarisch-österreichische Operetten-Brücke, Robert Stolz (1880–1975) als der lange überlebende Operetten-Klassizist, Paul Abraham (1892–1960) mit der jazzig-revue-haften Weimar-Berlin-Tradition, Ralph Benatzky.
→ - III
Geschichte
Operetten-Geschichts-Disziplin. Pariser Operette ab 1855 (Offenbachs Bouffes-Parisiens-Eröffnung 5. Juli 1855 als Genre-Geburts-Datum mit der Verschiebung von der Opéra Comique zur leichteren Bouffes-Form), Wiener Goldenes Zeitalter 1860er–1880er (mit Suppé, Millöcker, Genée und Strauss-Sohn als den vier prägenden Komponisten), Wiener Silberne Operette 1900er–1930er (mit Lehár als Spitze und Kálmán/Eysler/Fall/Straus als Mit-Komponisten), Berliner Operette der Weimar-Zeit (mit Abraham, Benatzky, Künneke als jazz- und revue-orientierte Erneuerung), post-1945-Operetten-Renaissance mit der Frage nach zeitgemäßer Aufführungs-Praxis.
→ - IV
Stimme
Operetten-Stimmfach-Disziplin. Soubrette als die zentrale Frauenrolle (Sopran-Lage mit Schauspiel-Affinität, typisch für Adele in Die Fledermaus, Stasi in Die Csárdásfürstin, Christel in Der Vogelhändler), Buffo-Tenor als die zentrale Komikrolle (Tenor mit Sprech-Affinität und körperbetonter Schauspiel-Tradition, Frosch in Die Fledermaus als Stumm-Rolle-Variante), lyrischer Tenor als die jugendliche Hauptrolle (Eisenstein, Danilo, Edwin Ronald in Die Csárdásfürstin), dramatische Sopran-Rolle für die ältere weibliche Hauptfigur, Bass-Buffo für die älteren Charakter-Rollen, Tanz-Soubrette als Spezialisierung mit erweiterter Bewegungs-Disziplin.
→ - V
Inszenierung
Inszenierungs-Disziplin. Regie-Theater-Tradition seit den 2000er-Jahren mit ihren spannungsreichen Konflikten zu Werktreue-Erwartungen, prägende Operetten-Regie-Handschriften (Barrie Kosky an der Komischen Oper Berlin 2012–2022 als der maßstabsetzende Operetten-Renaissance-Regisseur, Robert Carsen mit seiner internationalen Operetten-Karriere insbesondere an der Pariser Châtelet, Andreas Homoki mit der Sächsischen-Staatsoperette-Dresden-Tradition), Bühnenbild- und Kostüm-Tradition zwischen Originaltreue (typisch für die Wiener Volksoper) und Konzept-Theater (typisch für die Komische Oper Berlin der Kosky-Ära).
→ - VI
Häuser
Operetten-Häuser im DACH-Raum. Volksoper Wien seit 1898 als das Operetten-Welt-Zentrum mit ihrer kontinuierlichen Repertoire-Pflege (über 50 verschiedene Operetten pro Saison im rotierenden Spielplan, eingebettet zwischen Spielopern und Musicals), Komische Oper Berlin seit 1947 als die zweite Berliner Opernbühne (mit der programmatischen Operetten-Renaissance unter Barrie Kosky 2012–2022 als prägendster Phase, post-Kosky-Nachfolge), Musikalische Komödie Leipzig als Operetten-Sparte der Oper Leipzig seit 1957, Staatsoperette Dresden seit 1947 (eigenes Haus seit 2016 im Kraftwerk Mitte), Bühnen in mittleren Städten (Coburg, Würzburg, Bremerhaven).
→ - VII
Couplet & Tanz
Operetten-Musik-Form-Disziplin. Couplet als die spezifische Operetten-Lied-Form (mehrstrophiges Solo-Lied mit Refrain, typisch in der zweiten Aufzugs-Hälfte als Charakter-Nummer eingesetzt, mit Pointierung am Strophen-Ende), Walzer als die Wiener-Operetten-Musik-Form mit ihrer ¾-Takt-Choreografie (das ikonische Wiener-Walzer-Tempo mit den ca. 60 Takten pro Minute), Csárdás als die ungarische Hauptform in der Wiener Operette (langsamer Lassú-Teil gefolgt von schnellem Friss), Tango und Slowfox in der Berliner Operette der Weimar-Zeit, Boléro-Anwendungen.
→ - VIII
Aufnahmen
Operetten-Discographie. Kanonische Aufnahmen 1950er–1970er (EMI- und Decca-Aufnahmen als kanonisch mit den großen Sänger-Stars Anneliese Rothenberger, Erika Köth, Erika Mavroidi, Rudolf Schock, Nicolai Gedda, Hermann Prey als die deutschsprachigen Standards), Wiener-Stil-Aufnahmen-Tradition vs. Berliner-Stil-Aufnahmen-Tradition, neue Aufnahmen seit den 2010er-Jahren (Mojca Erdmann, Patricia Petibon, Vesselina Kasarova, Daniel Behle als die jüngere Generation), historisch-informierte Aufführungs-Praxis bei Operetten (Lautten Compagney und Reinhard Goebel mit experimentellen Operetten-Aufnahmen), Live-Aufnahmen-Tradition.
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